Online Light Novels: Das Millionengeschäft in Asien

Die Zeiten, in denen man bei einer langen Zugfahrt noch ein klassisches Buch gelesen hat, sind vorbei. Steigt man heutzutage in China oder Korea in eine U-Bahn, bemerkt man nicht nur den eigenartigen Geruch der Klimaanlage, sondern auch, dass der Grossteil der Jugendlichen mit gesenktem Kopf auf ihre Smartphones starren. Bei näherer Betrachtung wird dann ersichtlich, dass ein beträchtlicher Anteil nicht nur Spiele spielt oder chatten, sondern lesen.

Lesen? Richtig. Hätte man noch vor 3 Jahren prognostiziert, dass durch das Internet das Interesse an Literatur unter den Jugendlichen explodieren wird, und dadurch sich ein Markt entwickelt, der jährlich Millionen von Dollar generiert, dann wäre man belächelt worden.

Wer hier jedoch Shakespeare, Goethe oder Hesse denkt, liegt falsch. Die beliebtesten Werke sind Fantasy-Novels mit dem Schauplatz Asien. Die Novels können über das alte China, virtuelle Realitäten, Paralelluniversen, und klassische Liebesgeschichten handeln. Die Autoren, die oft unter einem Pseudonym schreiben, veröffentlichen zwischen 1-7 kostenlose Kapitel pro Woche.

Hier einige Fakten:

  1. Naver
    Auf der koreanischen Online-Plattform novel.naver.com werden Jährlich über 3.6 Millarden Aufrufe verzeichnet.
    Die Seite ist in drei verschiedene Bereiche aufgeteilt: Open, Challenge League & Best League.
    Wobei in “Open” jeder sein Werk publizieren kann, halten in Challenge League & Best League nur Novels mit einer etablierten Leserschaft Einzug. Mit genügend “Votes” kann jeder Autor von “Open” nach “Best League” aufsteigen.
    Die wöchentlich 1-3 Mal veröffentlichten Kapitel sind in den ersten vier Tagen kostenpflichtig (1-20 Rappen). Danach werden sie kostenlos aufrufbar.
  2. Qidian
    China’s grösste Online-Literaturplattform funktioniert mit einem VIP System. Anfangs müssen die Autoren ihre Werke noch kostenlos zur Verfügung stellen. Ab einer gewissen Popularität erhalten sie jedoch einen VIP Status und können umgerechnet 35 Rappen pro 100’000 verlangen.
    Tangjia Sanshao, einer der beliebtesten Autoren, verdiente zwischen 2008 und 2013 ca. 5 Millionen Franken.

Ich persönlich empfinde diese Entwicklung nicht nur als höchstinteressant, sondern auch positiv. Heutzutage kann jeder ein publizierter Schriftsteller werden, ohne auf einen Verlag angewiesen zu sein. Die Jugend wird animiert, mehr zu schreiben und zu lesen. Es werden neue Märkte wie „Novel Translations“ geschaffen, in denen einzelne chinesische und koreanische Werke in Englisch übersetzt werden. Die Kommentarsektionen auf Seiten wie Wuxiaworld deuten daraufhin, dass Englisch lediglich die Zweitsprache vieler Leser ist. Dies könnte Studien zufolge zu einer deutlich verbesserten Spracherwerb führen.

In meiner Freizeit lese ich eine übersetzte Version von „I Shall Seal The Heavens“ auf Wuxiaworld und schreibe meinen eigenen Novel „When Snow Ascends“ auf www.lightnovelty.com.

Dies ist ein studentischer Beitrag von Tenzin Langdun, der im Rahmen der Vorlesung Online-Kommunikation verfasst wurde. Tenzin studiert an der Universität Zürich Publizistik- und Kommunikationswissenschaft im Hauptfach und Sinologie im Nebenfach.

 

Wir, die Leibeigenen von Facebook

Dies ist ein studentischer Beitrag von nberyll, der im Rahmen der Vorlesung Online-Kommunikation verfasst wurde. Nberyll studiert an der Universität Zürich Publizistik- und Kommunikationswissenschaft im Hauptfach und Politikwissenschaft im Nebenfach.

„Wenn Facebook ein Land wäre, dann wäre es das am stärksten besiedelte der Welt“. Nach Aussage von Facebook hat das Netzwerk 1.39 Milliarden Nutzer (Vergleich China mit 1.36 Milliarden Einwohnern). Und all diese Menschen laden Tag für Tag fleissig Bilder und Videos auf die Plattform, posten, teilen Beiträge und verteilen nach Lust und Laune „likes“. Alles schön und gut.

Aber diese Unmengen von Aktivitäten generieren Unmengen von Daten, welche wiederum gespeichert werden. Und was passiert schlussendlich mit ihnen? Sie werden verwendet um benutzerdefinierte Werbung zu schalten. Was haben die Nutzer davon, fragt man sich? Sie dürfen weiterhin liken und Fotos von ihren Liebsten mit ihren anderen Liebsten teilen. Privatsphäre, Sicherheit und Schutz werden bei Facebook zwar gross geschrieben – aber die einzige Möglichkeit seine Daten nicht an Facebook weiterzugeben, ist immer noch die Löschung des Profils.

Daten werden also zu Werbezwecken verwendet. Werbung dient primär der Absatzförderung von Produkten und Dienstleistungen. Somit haben die Daten, die wir Facebook freiwillig zuspielen, einen enormen Marktwert. Und die 1.39 Milliarden Nutzer geben sie gratis her. Gäbe es eine Alternative? Wäre es möglich, mit seinen eigenen Daten Geld zu verdienen?

Hannes Grassegger, Journalist für DAS MAGAZIN und REPORTAGEN, findet ja. Er schlägt vor, dass wir uns aus der „selbstverschuldeten Leibeigenschaft“ (nicht zu verwechseln mit Kant) befreien sollten, indem wir unsere Daten verschlüsseln und anschliessend verkaufen.

„Wenn persönliche Daten das Erdöl des 21. Jahrhunderts sind, wenn seit Jahren Abermilliarden Dollar dafür fließen – warum sind Sie, die Quelle dieser Daten, dann nicht auch der Ölscheich?“  – Hannes Grassegger (das Kapital bin ich)

Er zieht damit einem Vergleich zum Mittelalter. Facebook, der Monopolist, stellt den Fürsten. Die Nutzer, die in Abhängigkeit von Facebook leben, sind die Leibeigenen.

Ist das nur ein Gedankenspiel, reine Utopie? Oder könnte es Realität werden? Was denkt Ihr?


Quellen:

http://www.tohopesate.de/cms/front_content.php?idart=132

http://www.huffingtonpost.com/2015/01/28/facebook-biggest-country_n_6565428.html

http://www.nzz.ch/digital/facebook-neue-agb-datenschutz-personalisierte-werbung-1.18472481

http://hannesgrassegger.twoday.net/stories/about/

https://keinundaber.ch/de/literary-work/das-kapital-bin-ich/

http://www.nzz.ch/digital/der-journalist-hannes-grassegger-ruft-zur-revolte-gegen-facebook-und-co-auf-1.18332111

Wikipedia und seine Community

Dies ist ein studentischer Beitrag von mir, Valentina Rocco, den ich im Rahmen der Vorlesung Online-Kommunikation verfasse. Ich studiere Publizistik- und Kommunikationswissenschaften im Hauptfach. Im Nebenfach studiere ich Management and Economics und Informatik. Ich komme aus Italien und bin im Zuge des Erasmus Austauschprojekts. 

 

Die Mitarbeiter von Wikipedia werden “Wikipedianer” genannt. Sie arbeiten freiwillig und ohne Entlöhnung. Sie haben sich für Wikipedia entweder mit einem Nicknamen oder dem echten Name angemeldet. Sie stellen nur einen kleinen Teil aus vielen Autoren dar, welche mindestens einen Beitrag geschrieben haben.

Eines der wichtigsten Prinzipien von Wikipedia ist die freiwillige Teilnahme an einem grossen Portal der Kultur. Alle können einen Artikel schreiben oder eine Änderung machen. Diese Beiträge werden von den Benutzern geprüft. Die Artikel werden von Freiwilligen geschrieben und korrigiert, nicht von Angestellten. Das bedeutet, dass Wikipedia wie eine Demokratie funktioniert, in der alle als eins gelten und freie Wahl haben. Die Hierarchie von Wikipedia stellt die nicht angemeldete Benutzer zu unterst. Falls sich ein Benutzer anmeldet, gewinnt er einen Platz und wird angemeldeter Benutzer. Nach vier Tage werden sie automatisch bestätigte Benutzer. Sobald sie mindestens zwei Monate aktiv waren und 200 “Artikel-Edits” geschrieben haben, werden sie stimmberechtigt. Nach 300 “Artikeledits” ist man ein Sichter und kann von den stimmberechtigten Benutzern zum Administrator gewählt werden. Zu oberst stehen die Bürokraten, das Schiedsgericht, der CheckUser und Oversight/Suppress. Auf gleicher Ebene sind die Stewards und andere projektübergreifende Gruppen. Das Verhältnis zwischen der Anzahl von Autoren und Beiträgen ist eher so, dass es wenige Autoren für viele Beiträge sind. Nur einige davon sind ernsthafte Autoren. Alle anderen sind meistens nur Gelegenheitsautoren.

Wer sich an Wikipedia beteiligen will, kann einige Hilfskurse auf Wikipedia finden. Sobald ein Beitrag veröffentlicht wird, können die Benutzer es lesen. Das ist einer der Gründe, warum die Leute sich an Wikipedia beteiligen: die Information und die Kultur ist öffentlich verfügbar. Es geht darum, freiwillig etwas zu teilen. Zudem möchten die Autoren tiels auch etwas von ihrem Experten-Wissen weitergeben. Ausserdem gibt es auch einige, die sich daran freuen, wenn ihre Inhalte und Fotos publiziert und in andere Sprachen übersetzt werden.

Das Verhältnis zwischen Autoren und Leser ist 1:10.000. Deshalb fördert Wikimedia CH (die schweizerische Abteilung der Bewegung Wikimedia) durch Organisationen die Teilnahme an Wikipedia. Ein grosses Problem ist das Fehlen von Frauen. Bei Wikipedia gibt es mehr Männer als Frauen. Deshalb treiben einige Ausrichtungen die Frauen zur Teilnahme an. Ein Beispiel ist die Gemeinschaftsarbeit zwischen La Fondation Emilie Gourdle Service Égalité de l’Université de Genève  und Wikimedia CH, um den Lücke zwischen Frauen und Männer zu schliessen. Das Projekt besteht aus verschiedene Ateliers, welche die Frauen auffordern, biografische Artikel zu schreiben. Auf diese Weise versucht Wikimedia nicht nur neue Mitwirkende, sondern vor allem  auch weibliche Autorinnen anzuziehen.

Quellen:

https://fr.wikipedia.org/wiki/Projet:Suisse/Biographies_des_femmes_en_Suisse

mündlicher Vortrag von Diego Hättenschwiler beruhend auf folgender Link-Liste: https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Hadi/Linkliste

 

 

 

 

 

 

Das Internet der Dinge; wenn nicht nur Menschen online kommunizieren

Dies ist ein studentischer Beitrag von Urs Fässler, den er im Rahmen der Vorlesung Online- Kommunikation verfasst hat. Urs Fässler studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaften im Hauptfach und Betriebswirtschaftslehre im Nebenfach an der Universität Zürich.

Täglich schreiben wir Menschen Nachrichten an unsere Mitmenschen und lesen News zumeist online durch Social Media und das Internet . Doch neben all dieser von Menschen getätigten Kommunikationsaktivitäten, da existiert noch eine andere Welt. Die Welt, die von unseren Alltagsgegenständen dominiert wird, in der Geräte miteinander kommunizieren. Das Internet der Dinge wird sie genannt oder auch WEB 3.0. Hier sprechen die Elektrogeräte miteinander, durch einen Chip haben sie Zugang zum Internet und teilen ihr befinden anderen Geräten oder der zentralen Steuerkonsole mit. Ob Sie gerade voll sind, Nachschub benötigen oder wieder dereinst gereinigt werden müssen.

Bis 2020 sollen 20 Milliarden Elektrogerate mit einem Chip ausgerüstet sein, was es ihnen ermöglicht sich untereinander auszutauschen. Dies die Prognose von Robert Gebel, Chef der Geschäftsentwicklung von Swisscom im März 2015 an der NZZ-Konferenz in Interlaken.

 

Hier ein Beispiel: Das moderne Zuhause.

Wir sind gerade wieder einmal geschäftlich unterwegs und natürlich voll im Stress, der Flieger nach London geht in einer Stunde und der Bericht/ die Präsentation ist noch nicht fertig gestellt. Kurz vor Knapp schafft man es noch auf den Zug/ ins Taxi zum Flughafen und man bereitet sich schon auf den Flug vor. Da plötzlich fängt es an zu regnen und man stellt sich die bange Frage; „Sind Zuhause die Fenster zu, die Rollos unten und ist überhaupt die Haustüre geschlossen?? Panisch greift man zum Smartphone und versucht krampfhaft die Frau oder Nachbarn zu erreichen, um zu checken, ob zuhause alles in Ordnung ist. Doch da gibt es Hilfe; durch das Internet der Dinge kann man bequem von überall mit seinem Laptop/ Smartphone via APP befehle an das moderne Zuhause geben. Die Türen schliessen und öffnen, die Rollläden einfach herunterlassen, sogar die Temperatur und Klimaanlage überwachen. Ob die Pflanzen noch Wasser brauchen, erfährt man beiläufig auch und man wird auf dem laufenden gehalten, wenn jemand das Zuhause betritt. Und endlich kann man sich wieder auf seinen Flug und das Meeting mit den Vorgesetzten in London konzentrieren.

 

Klar wird man die Vorteile des „Internet der Dinge“ schnell sehen und die Dimensionen dieser Innovationkraft sind noch nicht abschliessend erforscht. Aber gilt es doch nach wie vor als „Spielerei“, was auch Gebel sich von den Zuhörern anhören musste. Zudem sind auch die Fragen nach Datensammlung und Überwachung anderer möglich. Die ausgerüsteten Gegenstände könnten auch missbraucht werden und man wiegt sich in vermeintlicher Sicherheit. Das WEB 3.0. hat auch noch Probleme in der Programmierung und im Verständnis von Informationen, doch sollten diese zunehmend ausgemetzt werden im Laufe der Zeit.

 

Falls dich nun dieser Beitrag gepackt hat, kannst du dir im nachfolgenden Youtube-Video das ganze weiter betrachten. Das Internet der Dinge werden wir sicherlich miterleben, mach dir selbst eine Meinung und schau wo es dich unterstützen könnte?

Youtube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=M7EVXbueSyY –

 

Quellen:

  • Online-Medien und Wandel: Konvergenz, Diffusion, Substitution, Castulus Kolo

Aus W. Schweiger, K. Beck (Hrsg.), Handbuch Online-Kommunikation, 2010, Wiesbaden

Geld verdienen mit Youtube

 

Dies ist ein studentischer Beitrag von Sacha Wacker (aka. ltry91) im Rahmen der Vorlesung Online-Kommunikation. Sacha Wacker Studiert Publizistik und Kommunikationswissenschaft im Hauptfach und Englisch sowie Sinologie in zwei kleinen Nebenfächern an der Universität Zürich.

Es gibt praktisch nichts, was man auf Youtube nicht findet. Fitnesstrainer, Make-up Artists, Unterhalter und viele mehr die mit ihren Videos einen Service anbieten. Einige von ihnen tun dies, weil es ihnen einfach Spass macht und andere haben es zu ihrem Beruf gemacht ein Youtuber zu sein und Leben von ihrem Channel. Aber wie funktioniert das? Wie verdient man Geld indem man Videos von sich macht und ins Netz stellt?

Damit man mit seinen Videos Geld verdienen kann, muss man die Monetarisierung aktivieren, um Youtube zu erlauben auf den Videos Werbungen zu schalten. Es gibt mehrere Arten von Werbungen die verschieden monetarisiert werden. Wieviel Geld ein Video jedoch Wert ist, lässt sich nur schwer berechnen, da nicht die Views bezahlt werden, sondern die Interaktionen mit den Werbungen selbst (vgl. Videopower Marketing 2013). Zahlen die man hierzu findet sind bloss Schätzungen, was einer von vielen Gründen ist, warum die eingeschätzen Einkommen erfolgreicher Youtuber stark variieren.

Eine weitere Möglichkeit ist, Produkte oder Merchandise per einem Channel zu verkaufen. Viele Youtuber und Channels haben sich eine Marke aufgebaut und verkaufen diese als T-Shirts und andere Artikel. Der Youtuber PewDiePie hat beispielsweise ein eigenes Game entwickelt und als App verkauft. Einige verkaufen oder werben aber auch für Produkte von Hersteller und lassen sich dafür bezahlen, was auch affiliate marketing genannt wird (vgl. Booth). Um an solche Deals zu kommen braucht man aber verständlicherweise genügend Views um für Firmen auch attraktiv genug zu sein.

Es gibt noch einige weitere Wege wie man direkt zu einem Einkommen kommt, was aber die Höhe bestimmt, ist die Anzahl an Zuschauern und Fans. Um diese zu erhöhen bewegen sich viele Youtuber auch auf anderen Social-Media Seiten, um ihr Branding voranzutreiben und die Interaktivität mit ihrer Community zu fördern. Sie werben auf  Facebook und Twitter für ihren Channel und erreichen so immer mehr Leute.

Geld auf Youtube zu verdienen ist also keine Hexerei, aber man braucht ist ein grosses Publikum, welches regelmässig die Videos schaut und so ein Einkommen für den Youtuber generiert. Das schnelle Geld und die einfache selbstständige Karriere ist und bleibt wohl auch mit dem Internet ein hartes Pflaster.

 

Quellen:

Videopower Marketing (2013): How Many Views Does it Take to Make Money on Youtube. In:http://videopower.org/how-many-views-to-make-money-on-youtube/ (12.05.2016)

Booth, Angela: 11 Creative Ways To Make Money On YouTube. In: http://www.lifehack.org/articles/money/11-creative-ways-make-money-youtube.html (12.05.2016)

Bildquelle:

https://i.ytimg.com/vi/2UZU-93Y-H0/maxresdefault.jpg (12.05.2016)

 

„Trickadvisor“ – über die Glaubwürdigkeit von Online-Reiseportalen

„Auch wenn ich gerade am Planen einer Reise bin, stöbere ich gerne auf Travel-Plattformen wie *tripadvisor*, und *Booking*. Sowohl während einer Reise als auch nach der Rückkehr macht es mir Spass, meine eigene Wahrnehmung mit derjenigen von anderen Reisenden zu vergleichen. Zudem poste ich selbst Beiträge, welche in der Regel positive Resonanz finden. Interessanterweise stimmen meine eigenen Eindrücke in der Regel mit der Mehrheitsmeinung der Trip-Community überein. Tripadvisor wird zunehmend zu ein Art Bibel der Reisefreunde….

Wie sind  die User-Beiträge nun aber einzuschätzen? Worin liegt die Motivation der ehrenamtlich tätigen *Reiseberichterstatter*? Handelt es sich bei den Schreibenden unisono um enthusiastische Traveller, die ihrer sozialen Gesinnung folgend  auch anderen unvergessliche Reiseerlebnisse ermöglichen wollen? Oder finden sich online auch Beiträge , welche mit ganz anderen Zielsetzung verfasst worden sind? (Zum Thema: http://www.welt.de/reise/article121459033/Wenn-deutsche-Korinthenkacker-das-Hotel-ewerten.html).

Unbestrittenermassen sind positive Online-Bewertungen für die Hotel- und Gastronomiebranche von existentieller Bedeutung. Die Aussicht auf negative Kommentare könne Hoteliers und Gastronomen derart in Schrecken versetzen, dass sie gar auf Erpressungsversuche von Gästen eingehen würden. Zudem sollen Hotelmanager auch schon zu unlauteren Mitteln  wie gefälschten Bewertungen gegriffen haben. So würden angeblich Marketingagenturen beauftragt, das eigene Unternehmen über den Klee zu loben und gleichzeitig schlecht über die Konkurrenz zu berichten. (Quelle: http://www.zeit.de/2013/31/ gefaelschte-online-bewertungen).

Dieser Misstand gipfelte unter anderem darin, dass  ein real nicht existierendes Gasthaus über mehrere Monate hinweg auf Tripadvisor zur Bewertung freigegeben worden ist. Mit zahlreichen und ausführlichen Bewertungen zwischen „überwältigend“ bis „mangelhaft“ ausgezeichnet, erreichte es so immerhin Platz 27 von 64  der in der südenglischen Ortschaft Brixham ansässigen Restaurants. Das Onlineportal entfernte den Beitrag erst, als eine Londoner Tageszeitung die Sache publik machte (Quelle: http://www.spiegel.de/reise/aktuell/ bewertungsportal -tripadvisor-falsches-restaurant-a-914040.html).

Gemäss Experten sollen die Portale derzeit technisch noch nicht  ausreichend gerüstet sein, um solche Betrügereien unterbinden zu können. Abhilfe können möglicherweise neue Verfahren wie die Sentimentanalyse bringen. Dabei wird mittels einer Textanalyse-Software versucht, das linguistische Skelett allenfalls gefälschter Kommentare zu analysieren, um wiederkehrende Muster wie bestimmte Wörter und deren Häufigkeit, Textlänge etc. zu erkennen. Aus dem Ergebnis ziehen Linguisten und Psychologen entsprechende Schlussfolgerungen, mit denen Betrüger entlarvt werden können (Quelle: http://www.zeit.de/2013/31/gefaelschte-online-bewertungen).“

 

 

Eine Zukunft ohne Geheimnisse?

Dies ist ein studentischer Beitrag von Patrizia Sigg, den sie im Rahmen der Vorlesung Online- Kommunikation verfasst hat. Patrizia Sigg studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaften im Hauptfach und Betriebswirtschaftslehre im Nebenfach an der Universität Zürich.

Während das Datenvolumen rasant wächst und sich das Internet der Dinge (Alltagsobjekte die mit dem Internet verbunden sind) ausbreitet, stellt sich uns die Frage, welchen Einfluss Big Data auf unsere Privatsphäre hat?

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Unter Big Data versteht man das Volumen, die Viel­zahl von Quellen und die Geschwindigkeit der Pro­duktion von Daten. Diese Daten können beispielsweise über das Mobiltelefon, die Fernbedienung oder eine Mit­gliederkarte generiert werden. Durch die Analyse solcher Daten können wir viele hilfreiche Informati­onen gewinnen. So konnten unteranderem die Krankenversicherungen mit Hilfe der Big Data Ana­lyse Versicherungsbetrüger identifizieren und dadurch insgesamt Einsparungen von bis zu 3.5 Mil­liarden erzielen. Doch sind wir bereit unsere Anony­mität für einen gesellschaftlichen Mehrwert aufzu­geben?

Neben dem Nutzen den wir aus derartigen Analysen ziehen können, gelangen durch sie auch Informa­tionen an die Öffentlichkeit, welche eigentlich privat sind. So wurde zum Beispiel für eine US-Studie eine App entwickelt, welche eigenständig ein Foto von der Handykamera machte. Das Foto wurde da­nach automatisch auf eine Cloud geladen, auf welcher durch Gesichtserkennung Informationen ge­sammelt werden konnten. Schlussendlich wurde das Foto dann zusammen mit den Informationen, welche in der Daten-Cloud gefunden wurden, wieder zurück an das Mobiltelefon gesendet. Auf dem Foto befanden sich private Daten wie die Sozialversicherungsnummer. Big Data Analysen ermöglichen jedoch nicht nur den Zugang zu private Daten sondern auch zu privaten Meinungen und Informations­quellen. Dies ist aus demokratischer Sicht sehr kritisch zu betrachten, denn die Nutzer fürchten sich vor Überwachungen und beginnen sich selbst zu zensurieren. Das heisst, sie schränken ihre Aktivitäten ein, wodurch das Grundgesetzt der Meinungs- und Informationsfreiheit tangiert wird. Diese beiden Beispiele führen auf, wie gross der Einfluss von Big Data auf die Privatsphäre sein kann.

Abschliessend stellt sich also die Frage: Sind wir bereit Teile unsere Privatsphäre, unserer Geheimnisse preiszugeben, um dadurch einen gesellschaftlichen Mehrwert zu generieren? Oder braucht es ver­mehrt Richtlinien, die uns vor diesem Eingriff in die Privatsphäre schützen?

Quelle:

Winter, Jenifer Sunrise (2016): Big data analytics and the right to privacy. In: Media Development o.A., H.1, S.10-13.

Acquisti, Alessandro (2013): What will a future without secrets look like?.
In: https://www.ted.com/talks/alessandro_acquisti_why_privacy_matters
(11.05.2016).

It-daily (2012): Strategic Bulletin. Big Data – $definition, Treiber, Nutzen und Markt.
In: http://www.it-daily.net/studien/white-paper-zum-download/7086-big-data
(11.05.2016)

Bonometti, Bruno (2015): Big Data gegen Betrug: Krankenkassen und Suva sparen Milliarden.
In: http://www.srf.ch/news/wirtschaft/big-data-gegen-betrug-krankenkassen-und-suva-sparen-milliarden
(11.05.2016)

Bildquelle:
Ariande. Web Magazine for Information Professionals.
http://www.ariadne.ac.uk/issue69/eduserv-2012-rpt
(31.07.2012)